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Wuchernde Pflanzengallen

© wikipedia - Böhringer Friedrich

Jedem wachsamen Naturfreund sind die auffälligen Wucherungen an Pflanzen bestimmt schon einmal aufgefallen. Gallen werden diese Abnormalitäten genannt. Besonders anfällig für Gallen sind Eichen, Buchen oder auch Rosen. Kaum vorstellbar, aber über Gallen könnte man Bände schreiben. Nicht nur die Formenvielfalt ist interessant, sondern auch wer für die Gallbildung verantwortlich ist oder welchen Nutzen Gallen erbringen.
Diese Gallerzeuger kommen beinahe aus dem ganzen Spektrum der Lebewesen. Hervorgerufen werden die Pflanzengallen aber besonders von Viren, Bakterien, Pilzen, Milben und Insekten. Den Großteil dieser gallerzeugende Arten machen davon die Insekten aus.
Im Jahresverlauf kann man an Pflanzen ganz verschiedene Gallen beobachten. Viele kennen die roten oder gelben Auswüchse an Ahorn– und Lindenblättern. Je nach Pflanzenart und Verursacher entstehen Gebilde, die als Linsen-, Knopf-, Pocken- oder Schwammgallen bezeichnet werden. Durchaus hübsch sehen z.B. die braunen Knopfgallen an Eichenblättern aus oder die filigranen Schlafäpfel, welche die Gemeine Rosengallwespe hervorruft.

Gallenbildende Insekten und Milben stechen in das Pflanzengewebe und regen es dadurch zum Wachsen an. So bilden sich bei Gallwespen und Gallmücken häufig schützende Hüllen um die abgelegten Eier. Die daraus schlüpfenden Larven finden in dem Gallengewebe nicht nur Schutz, sondern auch Nahrung.
Auch der Mensch wusste Gallen zu nutzen: Die Eichengalle, auch Gallapfel genannt, enthält einen Gerbstoff, der früher bei der Verarbeitung von Tierhäuten zu Leder verwendet wurde. Aus der Eichengalle wurde auch Eisengallustinte hergestellt.

 

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