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Frag die Blumenuhr nach der Uhrzeit

© Jwaller, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Wie spät ist es? Nicht nur ein Blick auf die Rolex oder Kirchenuhr verrät die Zeit. Öffnet der Klatschmohn seine Blüten, ist es 5 Uhr. Die Margerite gehört nicht zu den Frühaufstehern unter den Pflanzen und blüht erst um 9 Uhr und die Nachtkerze mit Blütenöffnungszeit um 20 Uhr ist definitiv ein Langschläfer. Pflanzen arrangiert zu Blumenuhren, verlockende Idee, wie zuverlässig sind aber diese Zeitangeber?

Der schwedische Botaniker Carl von Linné beobachtete 1745 zum ersten Mal, dass jede Pflanze ihre eigene „Uhrzeit“ hat.  Er hatte aufgrund seiner Beobachtungen die Idee, mit Pflanzen eine Uhr zu gestalten. Seine Blumenuhr hatte zwölf Beete. Im Sechs-Uhr-Beet pflanzte er beispielsweise Arten an, die um 6 Uhr oder 18 Uhr öffneten oder schlossen.

Linnés Beobachtungen waren richtig. Aber Theorie und Praxis klaffen auseinander, da nicht alle Pflanzen in derselben Jahreszeit und monatelang blühen. Außerdem halten sich die Pflanzen nicht immer an ihre Öffnungs- und Schließzeiten. Verwendet man Pflanzen aus verschiedenen Regionen, geraten die Uhrzeiger komplett außer Kurs. Pflanzen reagieren auf den ihnen gewohnten Hell-Dunkel-Rhythmus oder den Tagesablauf der heimischen Insekten.

Da es sich als schwierig erwies, die Blumenuhr nach Linné umzusetzen, wurden mit der Zeit auch Beete als Blumenuhr bezeichnet, die einfach in Form einer Uhr angelegt sind.

 

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