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Alpensalamander sind anders

© wikipedia – Thomas Hunkte

Alpensalamander sind scheue Gesellen, die man selten zu Gesicht bekommt. Außer es ist feucht und gewitterig wie an den letzten Tagen, dann sind sie gar in Scharen auf Wanderschaft. Mit etwas Glück, kann man im Juni die schwarzglänzenden Amphibien sogar bei der Paarung beobachten.

Der Alpensalamander (Salamandra atra) ist in vielfacher Hinsicht ein eigentümlicher und von der Norm abweichender Lurch. Als einziges Amphib Europas braucht er kein Gewässer, um zu überleben. Er ist sogar ein ausgesprochen schlechter Schwimmer. Im Gegensatz zu den meisten anderen Amphibien, die Eier (Laich) in Gewässer ablegen und deren Nachkommen ein Larvenstadium mit Kiemenatmung durchleben, bringen die lebendgebärenden Alpensalamander im Sommer ein bis zwei voll entwickelte, lungenatmende Jungtiere zur Welt. Als einziger mitteleuropäischer Lurch kann der Alpensalamander also unabhängig von Oberflächengewässern existieren – eine Anpassung an die extremen Lebensbedingungen im Hochgebirge.

Die Weibchen sind ungefähr ein Jahr lang trächtig. Je nach Höhenlage kann die Trächtigkeit auch zwei oder drei Jahre betragen. Die geringe Fortpflanzungsrate des Alpensalamanders reicht für den Fortbestand der Art aus, da der Alpensalamander durch seine giftigen Drüsensekrete weitgehend gegen Feinde geschützt ist und die meisten Amphibienfresser ihm nicht in so große Höhen folgen. Die Tiere sind  zudem recht langlebig, vermutlich können sie wie Feuersalamander 30 Jahre alt werden.

 

 

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