HerbstHerbstSchnecken – langsame Wiesen- und HeckenbewohnerAuf der WieseNatur im JahreslaufTier/Pflanze des Monats

Weinbergschnecken vergraben und verschließen sich

© macrophile, Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Schnecken gehören zu den Tieren, die jedermann kennt. Die sprichwörtlich langsamen Tiere mit dem gewundenen Häuschen begegnen uns nach jedem Regen. Das Wissen der meisten Menschen über Schnecken beschränkt sich jedoch. Wie überwintern zum Beispiel diese Kriechtiere?

Wenn im Herbst die Nächte länger und die Tage kürzer werden, muss sich die Weinbergschnecke darauf vorbereiten, die frostigen Temperaturen der Wintermonate in unseren Breiten zu überleben. An einer windgeschützten Stelle gräbt die Weinbergschnecke ihr Winterversteck. Dazu hebt sie mit dem Fuß, unterstützt von drehenden Bewegungen der Schale, ein Loch aus. Dann wird die Winterhöhle von innen mit Erde verschlossen.

Nun kann sich die Weinbergschnecke selbst darauf vorbereiten, die frostigen Wintertemperaturen zu überdauern. Dazu sondert sie zunächst aus den Drüsen des Mantels ein kalkhaltiges Sekret aus, das an der Luft zu einem harten Deckel, dem Epiphragma, erstarrt, und die Schalenmündung verschließt. Dieser Verschluss ist aber nicht luftdicht, da sonst die Schnecke während des Winters ersticken würde.

Dieser Deckel schützt die Schnecke nicht alleine vor frostigen Temperaturen. Bedeutende  stoffwechselbiologische Veränderungen sind außerdem nötig. Und um den Energieverbrauch während der Kältestarre möglichst gering zu halten, werden alle überflüssigen Körperfunktionen der Schnecke reduziert. So sinkt die Herzschlagfrequenz auf einen Bruchteil des Aktivwertes (von 36 Schlägen pro Minute bei einer aktiven Schnecke auf 3 – 4 während der Kältestarre), so dass der Sauerstoffverbrauch einer überwinternden Schnecke nur noch 2% einer aktiven Schnecke beträgt.

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