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Der Wolf steht wieder einmal im Rampenlicht der Medien

© Martin Mecnarowski, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Als der Mensch sesshaft wurde und begann, Kulturpflanzen anzubauen und Haustiere zu halten, veränderte sich das Verhältnis – der Wolf wird dem Menschen zum Feind. Der Wolf bedrohte nicht direkt den Menschen, jedoch seine Lebensgrundlage, die Haustiere.

Im Mittelalter ging es dem Wolf so richtig an den Kragen. Grund für die Hatz auf Wölfe waren einerseits die Dreifelderwirtschaft in der Landwirtschaft, wonach die Wälder als Weiden genutzt wurden und der gleichzeitige Bevölkerungsanstieg. Der Mensch drang  weiter in den Lebensraum des Wolfes vor. Immer häufiger wurde von Übergriffen von Wölfen berichtet. Dieser Einstellungswandel zum Wolf führte in West- und Mitteleuropa zu einer gnadenlosen Verfolgung, die im 18. und 19. Jahrhundert zur Ausrottung des Wolfes führte. Mit so genanntem Wolfszeug (Seile, an welchen Lappen hingen) wurden die bekannten Rückzugsgebiete umspannt. Die Wölfe schlüpften nicht unter den gespannten Seilen mit den Lappen hindurch, sondern wurden eingekreist. Die Treiber trieben die Wölfe auf eine Schützenkette zu, wo diese dann gnadenlos erschossen wurden. In Museen sind solche Treibjagden auf Gemälden zu sehen.

Nun kehrt der Wolf in Mitteleuropa wieder zurück. Je nach Blickwinkel ist dies ein positiver oder ein negativer Prozess. Die Artenvielfalt soll unterstützt und geschützt werden, was für eine Berechtigung des  Wolfs im Alpenraum spricht. Aufklärung, Dialog und Kompromisse müssen geführt und gefunden werden. Denn der Lebensraum Alpen gehört weder den Touristen, den Jägern, den Viehhaltern, den Schafen noch den Wölfen, Bären oder Luchsen.

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